Antifaltencreme

Ich hatte eine Arbeitskollegin, nennen wir sie mal „Marie K.“. Sie war pink und glitzerte ständig überall. In der Mittagspause diskutierte sie schonmal gerne, ob ein Glaskronleuchter denn eine Anschaffung wäre, obwohl sie noch keine passende eigene Wohnung hatte. Na gut.
Marie fragte mich mal in aller Herrgotsfrühe einmal, welche Antifaltencreme ich benutze. Schluck! Gerade aus der Wildenzeit raus und dann das! Sie selbst war übrigens damals Anfang zwanzig. Ok, Antifaltencreme. Gut, sie mir dann einen Vortrag gehalten als verkaufe sie das Zeug. Im Gedächtnis blieb mir der Satz: „…und nie auf der Seite schlafen, da bekommt man zwei Riesen- Falten auf dem Dekoltee.“ Nee, ich damals keine Antifaltencreme. Warum auch?
Letzte Woche dann, nach zweimal neun Monate auf der Seite schlafen, dann das: Zwei Falten auf dem Dekoltee! Und wegen Schlafmangel auch noch unter den Augen!!! Meine Kinder haben mich also altern lassen, allein schon durch die Tatsache, dass man in der Schwangerschaft nur auf der Seite liegen konnte und sie mich dann alle 3-4 Stunden wecken.
Ich also mit Guns’n’roses im Auto-Radio und Affenzahn zur Drogerie. Den Anti-Aging Effekt schlechthin aus den USA erstanden und gleich noch Wellnessdusche mit Granatapfel von Weleda, also wenn, dann richtig!
Abends gönnte ich mir beides und noch eine Intensiv-Colorcreme fürs Haar und siehe da, ich sehe jetzt zwar wie ne Heavy-Metal-Braut aus, aber wurde schon zweimal in der Gemüseabteilung angeflirtet. Danke Marie! Auch wenn Du kein Geschäft an mir gemacht hast, denke ich doch gerne an Dich.

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Softshell und Pumps

Tja, das mit der Mode ist so eine Sache in der Eifel. Einerseits ist Frau ja schon „Frau“ und liebt Schuhe und schöne Klamotten, andererseits ist es hier immer ziemlich kühl (eher affenkalt…) und es ist erfahrungsgemäß ziemlich besch… beim Gassi gehen oder Kinderwagen durchs Gelände schieben, mit Pumps in Kuhscheisse zu stehen. Fast alle Schuhe die ich besitze halten Dornrösschenschlaf in einer Ikea-Tüte, denn seit Wochen renne ich mit Lands-End Schuhen aus dem Haus.
Handgestrickte Wollsocken dazu, sind hier sowieso ein „Must have“.
Chic ist hier nicht gefragt. Eher Jeans, Turnschuhe (die nennt man „Outdoor „-Treter) und Fleece-Zeug (iiiiiiiiigit) ist hier das gängige Erscheinungsbild.
Mehr oder weniger aus Zwang zum Praktischen musste ich mir eine windichte Jacke anschaffen. Meine Oma sagte immer „Übergangsjacke“ dazu. Also ich mit Kindern zum Inter-Sport und das Wort „Übergangsjacke “ noch garnicht benutzt, aber das praktischste Ding überhaupt,schon an! Softshell in der kommenden Saisonfarbe grün mit Taillenschnitt. Ich bin eitel, deswegen muss man wenigstens am Schnitt und dem Markenlabel erkennen,dass ich mir Mühe gegeben habe,wenigstens „gut“ praktisch auszusehen. Die Pumps ruhen weiter, Jacken Mäntel für Feiertage auch. Das Geschäft meiner Zukunft hat nette Verkäuferinnen, die alle keine Pumps tragen, also vermisst die hier auch keiner.