"Mama, das ist Dana…."

Samstag morgen sechs Uhr. Ich laufe barfuss und noch bettwarm in Richtung Badezimmer. In Söhnchens Zimmer brennt schon Licht. Vorsichtig spähe ich durch die Tür. Wenn er mich bemerkt sind innerhalb von zehn Minuten die anderen Zwei auch wach. Garantiert.
Er steht auf seinem Bett. Im Schlafanzug und mit seinem Kuscheltier unterm Arm.
„Ahhh, guten Morgen, Mama!“ Zu spät, er hat mich gesehen. Er macht eine Geste, als wolle er mir jemanden vorstellen. „Mama, das ist ist Dana….und wir wollen heiraten!“
Plötzlich hab ich Golfball-Augen. „Was? Wer ist Dana?“ Er deutet wieder neben sich: „Da steht sie doch. Dana ist ein Mädchen und ich bin ein Junge.“ Ich musd mich an der Tür festhalten. Unsichtbare Freunde kenne ich ja schon, aber das war Joshua, ein Junge, der immer alles anstellte. Söhnchens Ausrede.
Ich gehe kopfschüttelnd ins Badezimmer und versuche mich zu sammeln. „Mama, sei leise beim Duschen, Dana will noch eine Runde schlafen!“