Tag 3

Ich habe die Kaffeemaschine zerlegt. Eigentlich wollte ich ja nur Waaser auffüllen. Meine Kollegen haben sicher Spaß mit mir…..

Irgendwie bin ich eher der geborene Außendienstler. Außendienstlerin. 

Keine Kaffeemaschine und wenn ich Diskussionen will, gehe ich zu Mc Donald und bestell ein Whopper Menü… guten Morgen übrigens.

Genial

7:50 Uhr 

„Welcome“ grunzt die Kaffeemaschine. Unbekannterweise, den es ist ein ganz neues Büro, ein  anderer Raum, ein anderes Gebäude und andere Arbeit. Der Bildschirm ist riesig und ich habe das Bedürfnis meine Brille zu suchen, aber bestimmt nicht zu finden, denn mich übermannt das Gefühl, eine vollkommen falsche Handtasche gegriffen zu haben. Schuhe, Hose,  Tasche, irgendwie vollkommen overdressed. Ich tippe motiviert. 

8:45 Uhr

 Die Brille wäre der Knaller jetzt, denn mittlerweile Tränen die Augen. Mein Kopf fängt an zu schmerzen…. Da habe die rettende Idee, ich drehe mal an der Bildschirmschärfe, vielleicht war mein Vorgänger halb blind. Siehe da, es klappt. Er war wirklich fast blind! In der Frühstückspause verkrieche ich mich im Aktenschrank. Ein knallgrüner Handyhalter in Ohrensesselform steht genau auf halben Weg zum Fester und hat einen halben Zentimeter Staub auf sich. Er schreit förmlich nach Hilfe. Ich sollte abstauben oder der Putzfrau einen Zetteln schreiben. Das Büro ist 16 qm groß und mein Schreibtisch belegt ein gutes Drittel. Ist es dann unverschämt, sie zum Abstauben zu bitten? Ja. Ok. Ich lege eine Putzpause ein.  

10:03 Uhr 

……Aufgrund der seltsamen Geräusche kommt durch die Zwischentür der neugierige Kollege von nebenan. Er erwischt mich mit dem Kopf zwischen dem Schreibtisch und dem Aktenschrank, während ich versuche ein „WertersEchte“ Papier aus der Ritze zwischen Wand und Schrank zu ziehen. Er guckt und geht. Ich muss stöhnen beim aufrappeln. Er lacht beim Schließen der Tür. Ich nicht. 

11:15 Uhr 

Wegen der Aktion neben dem Aktenschrank beschließe ich, mich im ersten Meeting unauffällig zu verhalten. Es klappt sogar. Wieder voll  motiviert gehe ich in mein Büro und stelle erschrocken fest, dass es viermal so groß ist, wie meine neue Küche. Wuuuummmmm, Motivation im Eimer. Vielleicht sollte ich hier meinen  Herd aufbauen…. blöde Gedanken spuken nun durch mein Hirn. Mein Kopf dröhnt jetzt. Neun Jahre außerhalb eines Bürolebens rächen sich, langsam, grausam. Ich greife in meine McGyver- Handtasche und rette noch meine Nikon, schnappe meine Jacke und gehe Fotos machen. Raus- nichts wie raus an die frische Luft. 

13:00 Uhr  Beschluss des Feierabends für heute.

Morgen muss ich ja „da“ wieder hin.