Für die Dame vom Amt… 

Oder gerne auch andere Erziehungstussies, die so vorbei- wackeln.

Ich bin im Bilde. Und dieser Herr Brandl auch ….
Anfrage per Mail:

Lieber Markus Brandl,
ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Sybille XXX. Ich bin erfolgreiche Erziehungsmentorin. „Strategic Power for your Child – XXX“, das ist mein Motto. Ich helfe Paaren dabei, ihr Kind optimal für das Leben zu wappnen. Ich habe in meiner langjährigen Zusammenarbeit mit Dr. Klaus XXX das perfekte Rüstzeug entwickelt, damit Ihr Kind einen maximal erfolgreichen Lebensweg beschreiten kann. Herr Brandl, machen Sie sich nichts vor: Der Inder schläft nicht. Wenn Ihr Kind mit anderen Menschen auf dieser Erde konkurrieren möchte, müssen Sie so früh wie möglich anfangen.
Ich habe Ihre Profile untersucht und festgestellt, dass Ihr Sohn Paul fast zwei Jahre alt ist. Ich empfehle in diesem Alter bereits folgende Maßnahmen:
1.) Eine saubere und klare Struktur ist das Fundament eines klaren, aufgeräumten Kopfes. Bringen sie Ihrem Kind Ordnung bei! Es sollte immer alles aufgeräumt am Platz sein. Nach dem „Spielen“ und auch vor dem „Spielen“. Das ist anfangs anstrengend. Manchmal müssen Sie Ihr Kind auch zwingen. Aber es lohnt sich. Denn so wird Ihr Kind auch in Zukunft an Probleme herangehen: Aufgeräumt und strukturiert. Die Grundpfeiler bei „Strategic Power for your Child – XXX“.
2.) Stimulierende Anreize kitzeln die Synapsen des Gehirns Ihres Sprösslings. Bringen Sie an allen Wänden Ihres Hauses Poster mit wissenschaftlichen Fakten an. Scheuen sie dabei keine Komplexität. Ihr Kind wird eine komplizierte Formel nicht verstehen. Noch nicht. Doch die Inhalte brennen sich in sein Unterbewusstsein. Das wird später beim Doktortitel helfen. Versprochen! (Von Dr. Klaus XXX übrigens in vielen renommierten Studien bestätigt.)
3.) Der Sprachtrick: Ihr Sprössling möchte ein Spielzeug nutzen? Fein. Halten Sie es aber unter Verschluss! Erst wenn es das jeweilige Wort beherrscht, geben Sie das gewünschte Spielzeug heraus. Und lassen Sie sich dabei nicht hinters Licht führen. Ein „Buch“ gibt erst dann, wenn das „Buch“ auch wirklich ausgesprochen werden kann. Ein einfaches „Bu“ reicht nicht. Auch dies ist in der Anfangszeit anspruchsvoll. In den ersten Wochen ist das Spielzimmer wahrscheinlich leer, aber nach nur wenigen Wochen kann Ihr Sprössling die kompliziertesten Wörter.
Das waren nur drei Tipps, und wo die herkommen, gibt es noch eine Menge mehr. Na? Neugierig? Wir machen es so: Ich schicke dir, oh, da ist mir ja glatt das DU rausgerutscht. Aber okay, ja, gerne! Ich bin Sybille! Ich schicke dir jede Woche weitere Tipps. 

Pro Tipp 45,- EUR (vor Steuern).

Alternativ ein Post, in dem du schreibst, dass du ein großer Fan meiner „Power for your Child – XXX“-Philosophie bist, dann gibt es 15,- EUR Rabatt.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!

Mit freundlichen Grüßen,
Sybille
Meine Antwort:

Liebe Frau XXX,

wie Sie auf dem Bild zu sehen, haben wir Ihre Tipps gleich umgesetzt. Es ist ein voller Erfolg! Pauls Zimmer ist nun wunderbar strukturiert. Auch haben wir für ausreichend stimulierende Anreize gesorgt, die die Synapsen des Gehirns meines Sohnes ordentlich kitzeln sollen. Die sollen lachen bis der Arzt kommt! Das Coolste ist aber, dass Paul nun endlich „Hubschrauberrotorenblätter“ sagen kann, denn erst, als er das Wort konnte, war sein Hubschrauber wirklich komplett.

PS.: Ich hoffe, Sie interpretieren meine Worte richtig. Ich halte Ihre komplette „Philosophie“ für falsch, unangebracht und letztlich auch gefährlich. Selten so einen Blödsinn gelesen. Oh, da ist mir ja glatt das Wort „Blödsinn“ rausgerutscht. Aber okay, ja, gerne! Was für ein Blödsinn!


Darf gerne geteilt werden.