#metoo, oder „Liebe Frau Kunst…“

“Vor dem Gerichtstermin prüfe ich mein Erscheinungsbild.” – #metoo

Liebe Frau Kunst,


Das das ist ein wichtiges Thema, niemand bestreitet das.  

Um meine Sichtweise zu verstehen, solltest Du wissen, dass ich drei Kinder habe, diese von Dir genannten Floskeln auch benutze und alleinerziehende Mutter bin.

Die letzte genannte Tatsache ist wohl das Wichtigste.

Ich wohne in der Eifel, kein gutes Pflaster für Emanzipation. Kein gutes Umfeld, um sich mit Themen, die Kinder, Emanzipation oder Sex betreffen, (öffentlich) auseinander zu setzen. „Warum das denn?“ wirst Du Dich fragen, und die Antwort ist: „Weil die Dummheit der Anderen ausgehalten werden muss!“

Lebe auf dem Land, und die Zeit dreht sich um 100 Jahre zurück.  
Lerne zu verstehen.

Keine Freunde bei Twitter, keine Afterwork-Bar, kein Freundeskreis ohne Kinder. Manchmal, bei schlechtem Wetter kein Internet und der Supermarkt ist 20 km weit weg. 

Nein, ich lebe noch. Ich lebe gut, sogar besser, als damals in Mainz oder Mannheim.

Mit diesem Abstand betrachtet, behaupte ich, dass unsere Gesellschaft kurz vor der vollkommenen Verblödung steht. Fehlende Erziehung und Anstand prägen diese sogenannten Helikopter-Eltern und diese prägen ihre Kinder. Das kann nicht gut gehen. Meiner Meinung nach sind antiautoritär erzogene Menschen solche, die es nicht schaffen, sich anzupassen, Normen und Regeln zu befolgen und einzuhalten.  

Kein Anstand, keine Erziehung

Man kann und muss seine Meinung sagen, vielleicht auch zu jedem Thema, aber nicht zu jedem Preis. Jemand der diese Grenze überschreitet, muss Konsequenzen erdulden, denn nur so funktioniert „Gesellschaft“. Das fängt in unserer Erziehung an.

Ich gehe nicht zu einem Mann und sage :“ Woow, dein Pe…ist aber deutlich sichtbar in der Hose….“, ohne mit Garantie zu erwarten, dass er sein bestes Stück dann ohne Hose zeigen möchte.   Frauen tuen das nicht. Wir sind da wesentlich subtiler. Verstanden werden wir natürlich nie.

Aber-

… das sind Männer, diese Spezies Mensch tickt anders. Um das zu verstehen, habe ich bis heute gebraucht und muss sagen, dass ich immer noch kein Männer-Handbuch schreiben kann, weil die männliche Verhaltensweise nicht immer simpel und vor allem vorhersehbar ist.
Es sind Männer… Gehirn ist kleiner, Muskulatur größer ….Dinge,  die man eben schon weiß. Darüber gibt es Bücher:“…warum Frauen besser Schuhe kaufen, als einzuparken….“ 

Sex ist natürlich und manche Menschen besitzen eben nicht genug Verstand, um ihre niederen Instinkte zu unterdrücken. Das ist so. 

Sicher lasse ich mich nicht belästigen. Ich  lasse sehr oft spitze und sarkastische Bemerkungen fallen und kann mich, dank einer speziellen Ausbildung sogar körperlich wehren. Zu oft lasse ich gewisse Dinge auch ungesagt. Wegdrehen, weitergehen, ignorieren. In der Natur ist ignoriert zu werden, eine harte Strafe.
Spart aber Nerven und Energie. 

Die Dummheit der Anderen muss nicht kommentiert werden.

Um nochmal die Floskeln zu erwähnen: Nein, als Mutter muss Frau nicht kaufen, wenn das Kind will… Erstrecht nicht, wenn eine andere Frau mich beobachtet. Ich bin konsequent.
Vor allem bin ich keine Rechenschaft schuldig, was meine Erziehung betrifft. 

In jeder Hinsicht.

Ein „Nein“ ist ein solches. Egal ob ich es zu meinem Kind sage, oder zu einem Mann mit nettem Körperbau.  Ich will es nicht! Dafür muss ich keine Rechtfertigung geben, wie z.Bsp, dass man genug Spielzeugautos hat und kein Geld, und es vollkommen sinnlos wäre, meinem Kind das 343. Auto zu kaufen, dass nur 30 Minuten Spass bringt, bevor es in einer Kiste verschwindet.

Ich trete einem Mann auch  sofort (verbal) in seine Schwachstelle, wenn er mein „Nein“ ignoriert.

Der sinnvolle Umgang mit dem Wort „Nein“ muss man üben. Nicht jeder kann das auf Anhieb und nicht jeder ist eine starke Persönlichkeit. Aber das kann man üben, wenn man sich über dessen Konsequenzen bewusst ist.
Es ist wichtig ein „Nein“ zu hören, wenn man es auch sagen will! Man kann nur umsetzen und praktizieren, was man versteht.  So erziehe ich meine Kinder. 

Ja, ich spiele mit meiner Weiblichkeit und ich provoziere auch damit. 

Ich bekomme gerne Komplimente.  Gender- Anpassung?  Einen Sch…muss ich.  

Liebe Grüße Sophie

5 Gedanken zu “#metoo, oder „Liebe Frau Kunst…“

  1. Ich stimme dir vollkommen zu, weshalb ich denke, dass du meinen Textanfang anders interpretiert hast. 😊 Ich habe mir kritisiert, dass die Mutter möchte, dass sich beide Kinder etwas aussuchen und das Kind das ausgesuchte Spielzeugauto nicht bekommt, weil es etwas für Jungen ist. Danach sollte sich das Kind – wie beschrieben – etwas anderes aussuchen. Das ist seltsam. Andere Begründungen oder ein Nein hätte ich vollkommen verstanden. Aber diese Situation war absurd. Letztendlich ging es ja nicht nur darum, sondern um viel mehr. Danke für deine lange Antwort, aber ich kann dir wirklich zustimmen und denke, dass wir etwas aneinander vorbeigeschobenen haben. Herzliche Grüße!

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    1. Manchmal ist man als Mutter zu faul, eine andere Aussage als „Nein!“ zu machen. Absurd wird es, wenn Sohnemann ein rosa Plüchhase will und ich spontan (anders kann ich es nicht erklären! ) , sehr schockiert antworte: „Bist Du ein Mädchen???!“ Das ist aber eine sehr emotionale Aussage, die jede Mutter irgendwann einmal sagt! Wirklich- niemand ist da zu 100% taff genug

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  2. Nun endlich der Kommentar von meiner Seite. 🙂 Ich finde wirklich nicht, dass eine Mutter alles begründen muss oder kaufen muss! Dies habe ich auch niemals geschrieben. Aber warum sollte ich meiner Tochter ein Feuerwehrauto verbieten? Ich habe keine Angst, wenn meine Tochter, dies haben möchte. Die Mutter hatte ihre Kinder aufgefordert, dass sie sich etwas aussuchen sollen. Nachdem sie das Feuerwehrauto abgelehnt hatte, sollte sich das Kind etwas anderes aussuchen. Es wurde dann eine Plastikpuppe. Mein Bruder hatte früher eine Puppe, weil seine größere Schwester mit einer spielte. Und ich habe mit ihm Ritterburgen gebaut. Dies haben meine Eltern nie kritisiert. Ich verstehe ihre Meinung vollkommen, weshalb ich wirklich glaube, dass wir uns beide etwas missverstanden haben. Mein Text hat die Schilderung dieser Handlung als Rahmenhandlung genutzt. Letztendlich habe ich meine – sehr (!) – subjektiven Einschätzungen geschildert, die natürlich subjektiv bleiben. Auch die Situationen, die ich als Grenzüberschreitung empfinde, müssen sie nicht so empfinden. 🙂 Danke – dies ist wichtig – für die Auseinandersetzung mit der Thematik und die Nachrichten.

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