Geflogen

… bin ich zwangsläufig. Mit Morphium und Nitroglyzerin im Blut, sicher und geborgen in einem Hubschrauber der Luxemburger Rettungsstaffel. Ich weiß nicht mehr viel, nur, dass es die Ärztin gut roch und der warme Abendwind auf dem Landeplatz mich wieder zum Leben erweckte. Geräusche, Erschütterungen, ich war zwei Tage irgendwo zwischen hier und da. Unten und oben- drinnen und draußen. Hände, die mich halten, streicheln, mir Mut machen. Lachen, Augen, eine Nonne, die meinen BH schloss und mir über die Tränen strich.

Kein Verlangen, weder Durst, noch Hunger.

Schweiß- Hitze, das übliche kleben, der Desinfektionsmittelgeruch.

Das blubbern des Sauerstoffs über meinem Kopf und der dumpfe Schmerz, der mir meine Lebenszeit nimmt.

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