Wüste

Manchmal fühlt man das, was man gemalt hat-

Acryl auf Leinwand

Werbeanzeigen

Essen

Hält Leib und Seele zusammen. Im Moment Meine Seele. Gut ist, dass ich sowieso nicht zunehme. Die Chemie in meinem Körper macht Heißhunger.

Mein Fernsehprogramm hat sich auch verändert. Alles Anspruchsvolle ist mir zuviel, also sehe ich mir 5 Folgen „Rosenheim Cops “ oder „Der letze Bulle“ hintereinander an. Fein- mit Peking Ente im Bett. Am liebsten zwei Portionen mit extra Sojasprossen. Nun ja…

Am ersten Abend gab es Vollkornbrot und ungenießbaren Käse. Ich hasse Käsebrot.

Da sah ich bei dem Bayer eine Portion deftiges Essen mit Knödeln und hörte den Genuss über meine Kopfhörer. Das Krachen des Fettes und den begehrenden Blick des Partners auf das Essen des „Cops“.

„Es gabet a Laich!“ aus der Traum- Szenenwechsel …. und ich biss fast in die Serviette

Verzweifelt rief ich zuhause an:

Also…. ich brauche, unbedingt, dringend, wenn ich nach Hause komme… Jaaaa, rohe Klöße, jaaaaaaaa….. nein, die gibt es nicht eingefroren! Ich weiß, dann bestelle beim Metzger. Verdammt nochmal….. bitte! Ich will doch nur ein Weißbier und eine Schweinshaxe !

Stay strong

Er kam herein, grinste und meinte: „Die Frau aus dem Heli…. schon wieder hier?“

Ich hatte inzwischen ja nur noch einen 3mm Schnitt und Käppi auf und bekam runde Augen. Über den ganzen Nachmittag beobachtete er mich. Ich heulte, fluchte, bestellte mir chinesisches Essen und verzog mich permanent, mit einer Flasche Aleo- Vera Gel, zum Kopf einreiben ins Bett.

Schließlich stand er vorhin mit einer Schüssel, Rasierschaum und einem Rasierer vor mir. „Ich denke, ich sollte es tun, den sie sind zu schön, um ihre eigenen Haare gehen zu sehen!“

So saß ich eben gut 25 Minuten im Badezimmer und ließ mir von einem 24 Jährigem, sehr langsam und vorsichtig, meinen Kopf rasieren.

Sehr leicht, sehr zärtlich, sehr fürsorglich.

Auf seinem Unterarm steht

Stay strong

Diskriminierung

Meine erste Diskriminierung habe ich erlebt. Das war so unglaublich, dass ich mir ernsthaft Gedanken über unsere Gesellschaft mache.

Ohne Haare trage ich eine Mütze, man sieht nicht, dass sie weg sind. Augenbrauen und Wimpern sind noch da. Ich bin immer sehr gut angezogen und geschminkt. Der Stolz stirbt bekanntlich zuletzt.

Da ich ein künstlich lahmgelegtes Immunsystem habe, muss ich mich entweder extrem von kranken Menschen fern halten, oder Mundschutz tragen. Das sieht immer etwas blöd aus und ich vermeide es lieber.

Wartezimmer bei Ärzten sind tabu. Ich warte irgendwo separat, oder darf direkt rein. Jede Infektion mit etwas, kann mich umbringen.

Nun musste ich aber vier Stunden auf ein Gespräch in der Gynäkologie meines Krankenhauses warten. Man erklärte mir, dass das okay sei, da hier nur Besprechungen vor Chemotherapie oder Operationen stattfinden und keiner krank sei. Gut, ich bin geduldig.

Dann kam eine öffentlich stark erkältete Frau, mit extremen Husten und hockte sich neben mich und fing an, laut und unhygienisch zu hantieren. Wie von der Tarantel gestochen floh ich und setzte mich in die Sitzgruppe am Ende des Flurs.

Vor den Kreissaal.

Kaum saß ich zwei Minuten, begann eine schwangere Frau, mitte Dreißig etwa, bestellt zum geplanten Kaiserschnitt, allein und einem kleinen Köfferchen, mich zu fixieren. Sie hatte ein Buch über vegane Ernährung von Kindern in der Hand.

Dann ging es los!

Was ich mir denken würde, sie als Schwangere, mit meinem Erscheinungsbild zu b e l ä s t i g e n ?!

Sie war laut, wurde rot im Gesicht und schrie fast dabei. Sachen, die ich gar nicht wiederholen mag, und auch nicht registriert habe. Ich saß nur versteinert mit aufgerissen Augen und musste meinen Unterkiefer mit der Hand hochklappen.

Das allererste Mal in meinem Leben fühlte ich mich hilflos. Noch nie stand ich so leer und verbal ausgenockt vor einer keifenden Frau. Eine Schwarz- Afrikanerin mit einem wunderschönen senffarbenem Kleid und dem passendem Turban auf dem Kopf, erhob sich von der gegenüberliegenden Reihe und setze sich neben mich. Die Schwangere keifte weiter, ließ ihr Köfferchen stehen und rannte zur Anmeldung. Der Mann der Afrikanerin, ebenfalls sehr bunt und schön gekleidet setze sich neben seine Frau. Er hatte eine Glatze und keinerlei Kopfbedeckung.

Die Schwangere kam mit einer Arzthelferin zurück und deutete auf mich: „… ich finde das unverschämt, sich als Krebspatientin hier hin zu setzen! Haube auf dem Kopf und nicht schwanger!“

Ich war noch immer sprachlos. Die Arzthelferin perplex und sehr jung.

Ich sah aus dem Augenwinkel, wie sich der Afrikaner erhob. Langsam würdevoll. Er blickte die beiden an und sagte völlig akzentfrei: „Oh………..ich wusste nicht, dass man in Deutschland auch wegen fehlender Haare Diskriminierung erfährt, ist das ansteckend?“ Seine Frau nahm ihre Hand und zog sich den Turban vom Kopf, darunter ein glattrasierter Schädel. Die junge Arzthelferin riss den Mund auf.

Die Schwangere, offensichtlich etwas geistig schlicht, setze einen drauf: „Sie meine ich ja nicht! Ich meine ja die da!“ zeigte auf mich.

Die Frau neben mir, nahm mich am Arm und zog mich vom Stuhl. Mit einer sehr angenehmen, ebenfalls fast akzentfreien Deutsch sagte sie: „Ich wusste auch nicht, das Krebs ansteckend für Babys im Mutterleib ist. Es tut mir leid, ich habe Brustkrebs und ich entschuldige mich, wenn ich Ihnen jetzt böse Krankheiten geschickt habe!“ Sie lächelt etwas und sagte zu mir: „Kommen Sie, wir gehen einen Kaffee genießen!“

Ich noch immer unfähig etwas zu entgegnen.

Im Weggehen sagte der Mann zu der Schwangeren : „Ein Schwarzer Mann ohne Haare ist also kein Problem?“ Ohne eine Antwort gingen wir den Flur entlang und erst im Aufzug sah ich, das Madiba keine Wimpern mehr hatte.

Es wurde ein wunderschöner Vormittag.

Ein alter Freund

… liest und kommuniziert per Mainstreammedium mit mir. Seit Jahren treu und stoisch, tue ich es auch. Wir hatten die gleichen Lehrer, die gleichen Ideen und irgendwie noch eine Menge gemeinsam.

Dann hat er katholische Theologie studiert.

Ich habe ihn angebetet, jedenfalls bis dahin!

Er ist sehr erfolgreich, gerade eben wohl in Hongkong.

Hey Alex,

ich danke Dir, dass Du es gerade geschafft hast, sehr souverän meine Depression abzufangen und mich lehrst, dass man auch aus Tiefen, Höhenflüge starten kann. Sei es auch nur verbal. Ich kenne keinen Menschen, der so schnell, so gekonnt, Dinge auf den Punkt bringt.

Danke für diese kleine Schwärmerei – habe einen schönen Tag

Reflexion

Ein Reeblog von mir selbst.

Hach- ich durchforste ab und zu das Archiv….. sonst kommen zuviel Gretas- getarnt als Tesla- Auto- Erfindungen, in meine Welt….

Habe eben gelesen, in einem anderen Blog- „wie sieht wohl die Welt aus, wenn Du alle deine Gedanken unzensiert und unreflektiert preisgibst…..würdest Du darin leben wollen? “

Gegenfrage- bräuchten wir einen Blog, wenn wir immer unsere Gedanken vorher zensieren und reflektieren? Ist es nicht die Diskussion und Veröffentlichung, die uns hilft, emotional mit „unserer“ Welt klarzukommen ???

Außerdem, wehhhhhhhhhn interessiert durchdachtes, gefiltertes „Low Carb“ Geschreibsel in einem Blog überhaupt? Sind wir nicht lieber alle Spanner und Exhibitionist- weil es sonst langweilig wäre?

Nachtrag: Ist unsere Politik eigentlich nicht auch nur von Mobbing – Stalking geprägt? Sind wir nicht einfach nur neidisch, sensationsgeil und abgeklärt, weil es uns so vorgemacht wird . Wir ahnem nach. Zuckerberg und Google sei Dank. Stalker, Mobber und unfähige, unreife autistische Universalchenies … jedenfalls in der Meinungsäußerungslandschaft.

Drogen

Was Cannabis, also THC und CBD kann, wissen wir ja. Trotzdem treffe ich während meiner Chemotherapie immer noch Leute, die das nicht wissen. Im Jahr 2019, wo jeder weiß, was Greta Thunfisch zum Frühstück isst…… klar, oder?

Dinge, die mich schwer beschäftigen.

Leute mit Tumoren, die auch nach der 32. Chemotherapie keine Veränderung am Tumor diagnostiziert bekommen. Frauen, Anfang 40, mit Kindern.

Leute die Morphium fressen müssen, statt mit der gleichen Wirkung einen Joint zu rauchen. Um den Schmerz loszuwerden ist der Rausch übrigens wie nach einem halben (!) , ja- halben (!) Glas Sekt auf nüchternen Magen.

Mit Morphium schmerzfrei für 3-4 Stunden, bin ich 2 Stunden kaum ansprechbar, schade meiner Leber, werde abhängig davon (es ist Morphium!) und kann danach tagelang nicht auf Toilette!

Ich wäre mit Tabletten zugedröhnt, dürfte kein Auto mehr fahren und der Umgang mit meinen Kindern ist mit Morphium und Co. auch eher zweifelhaft, bis undenkbar für mich.

Zuhause also nicht.

Für mich sowieso nicht mehr! Mit Morphin und Co. sind nicht zum spaßen und ich habe mittlerweile einen großen Respekt davor.

Schmerzen- leider immer, denn Chemo tut weh.

Die Alternative ist also illegal. Sie wird nicht besprochen, unter den Tisch gekehrt.

In Luxemburg verkauft man Gras mit hohem CBD Gehalt und moderatem THC Anteil. Es soll ja auch schließlich Schmerzen nehmen.

Ich bitte das Thema zu googeln, denn das ist ein persönlicher Blog, für Informationen und Recherche habe ich keine Zeit und Kraft im Moment. Man liest es überall (grob formuliert!) : Cannabis und dessen Öle lassen Tumore verkleinern und verhindern Metastasen.

Bezugsquellen: Die Schweiz, Holland und Luxemburg

Legal, entweder im Bioladen, in Headshops, oder in der Apotheke.

Bewege ich mich damit nach Deutschland, mache ich mich strafbar.

Leute, vor allem die Polizei, die dann etwas von Betäubungsmitteln und Gesetz erzählen wollen, nimmt keiner mehr ernst, oder? Ein krebskranker Mensch kann das nicht mehr ernst nehmen.

Kann mir bitte jemand die Logik erklären???