Königin der Welt

Wenn ich meine Kinder frage, dann ist es meistens genauso, wie sie empfinden.

Lisbeth war immer schon „Die Königin“, lange bevor sie das Land und das Königreich zuordnen konnten. Sie war der moderne Pharao oder eine Art Gottheit mit Krone im Buckingham Palace, irgendwie sowas für sie. Der Inbegriff der Oberhäupter und Könige sozusagen.

Meine Kinder kennen noch keine jahrelangen Geschichten aus der Klatschpresse und auch nicht, wie anstrengend die Wirklichkeit wohl gewesen ist. Für sie war es eine echte Königin mit Königreich und Personal.

Ich habe Ihnen schon oft die Geschichte vom Heiratsantrag des Königs von Ghana erzählt. Die Lacher sind jedes Mal enorm… Über vergoldete Walnüsse als Ringe und meinem etwas bissigem Vater, der weder einen kleinen, dicken, schwarzen Schwiegersohn, noch nach Ghana auswandern wollte. Sorry… damals sah er tatsächlich so aus. Da ich nicht gefragt wurde was genau ich eigentlich dazu meinte, bin ich froh, dass er nicht zugesagt hat. „Mama, wärst Du dann auch so beerdigt worden?“ Hat mich unter Lachtränen mein kleiner Sohn gefragt. Entschieden : „Nein !“ Denn der König von Ghana ist etwas pleite, damals schraubte der König in Mundenheim bei Ludwigshafen an Autos und ich hab ihn Gott sei Dank nie geküsst, er fand einfach nur mein Kleid schön, oder so. Er ist ein Mann, aber kein Frosch, der zum hübschen Prinzen wird. Lassen wir das einfach so stehen. Wie gesagt : Ghana, nicht die Welt !