Muahhh

Homeschooling:

Blaukrautwasser mit Essig oder Natron behandeln. Also ausgekochtes Rotkraut. Herrgott es ist Juni! Wo in alles in der Welt bekomme ich jetzt Rotkohl her? Ich boykottiere.

Dann das Geätze anderer Mütter …“mein Sohn hat aber…“ blabla. Kein Wunder, dass die Kinder mit 15 Jahren psychische Störungen haben, wenn die Mütter jetzt schon voll durch sind und bei Amazon Rotkohl bestellen. Zu teuren Preisen und in Plastik verpackt! Das kann nicht gut werden. Definitiv nicht!

Mir geht es irgendwo vorbei …. meine Kindern verstehen das auch. Gut eingeübt , würde ich das nennen….. Es gibt wichtiger Sachen als Eierschalen in Essig aufgelöst, oder?

Es gibt Matheaufgaben, Bücher zum Lesen, wovon wir die schon verschlingen …. und Spaziergänge an Seen . Es gibt Entspannung, die ich mit den Kindern mache und Förderung ihrer sozialen Kompetenz. Alles da. Also was soll dann ein Rotkohl? Im Juni ….. och nöööö!

Ich glaube einfach nach den Wochen ist die Luft raus und ich will wieder mein Backpulver und diverse Tupperware zurück… muuuuaaahhhh!

Mungobohnensuppe

Ich hatte Mungobohnen gekauft und wollte eigentlich Keimlinge daraus ziehen. Die Kinder finden im Moment alles total spannend, was irgendwie „anders“ ist und Abwechslung bringt. Sogar Bohnen, die keimen. Bohnensuppe mit Keimlingen ? Noch besser!

Also habe ich sie sechs Tage lang eingeweicht und täglich das Wasser gewechselt. Heute habe ich dann beschlossen, die müssen jetzt gegessen werden…. also habe ich experimentiert.

Das wäre auch ein super SlowCooker Rezept, ohne das Andünsten, einfach alles in den Topf und los geht‘s.

Zutaten:

300g Mungobohnen eingeweicht (ursprünglich waren es 500g, aber daraus hatte ich am zweiten Tag schon Tomatensoße gemacht. Rezept folgt…)

500g Karotten in Stücke oder Würfel

250 g Kichererbsen aus der Dose

150 g- 200g Spanischer Schinken in Streifen (schmeckt super, weil nussig , süßliches Aroma!)

1 Chilischote oder eine Paprika

1 Esslöffel Tikka masala Curry Paste

Und frischen Koriander (ein halber Bund) , 5 Knoblauchzehen, Walnuss großes Stück Ingwer, 3 Liter Gemüsebrühe, ausgelassene Butter oder Ghee.

Den Knoblauch, den Ingwer und die Karotten kurz im Fett andünsten. Mit Brühe ablöschen und alle restlichen Zutaten, die Bohnen und die Gewürze dazu. Obendrauf den Schinken und den Koriander.

Alles mit soviel Brühe kochen, dass die Zutaten mit Wasser bedeckt sind. Etwa 1,5 Stunden köcheln. Mit etwas Chili nachwürzen, oder auch nicht. Etwas griechischer Joghurt als Topping und nochmal ein paar Korianderblättchen und fertig .

Guten Appetit!

Verpasst



Zwei Vögel flogen aneinander vorbei
kurz streifte sich ihr Gefieder
der eine flog nach Norden, der andre nach Süden –
im Herbst blüht nirgendwo Flieder
in der Wüste sind die Tränen zu teuer
und im Vakuum weht kein Wind
irgendwie war das Wasser zu tief
– ich armes Königskind!

von Jörn Pfennig

Der Sonnenstich

Mein Ältester hatte einen kleinen Sonnenstich. Übelkeit, Kopfschmerzen. Mama und er schliefen also gemeinsam auf der Couch. In solchen Fällen bin ich gerne nachts bei den Kindern, das ist schon immer so. Der kleine, voll im Konkurrenzkampf, behauptet nun nach drei Tagen (ohne Sonne!), er habe sich bei seinem Bruder wohl angesteckt und hat auch „Sonnenstich“. Nö, is klar!

Nein, ich schlafe deswegen nicht mit allen Kindern auf der Couch, ich setze mich durch. Die Couch ist auch unbequem zum Schlafen. Lügen ist nicht erlaubt, übertreiben und theatralische Auftritte auch nicht, aber momentan schwer im Kommen…

Gerade letzteres ist bei so einem ansteckenden Sonnenstich, fast schon wie Slapstick: Hand an der Stirn, Augen verdreht und Topf in der Hand, falls die Übelkeit ihre Retourkutsche fordert. Dann solche Sprüche wie: „Ich habe doch gesagt, dass mein Bruder mich ansteckt mit seinem guten Immunsystem! Den Sonnenstich hab ich jetzt auch und die ganzen Symptome passen wie der Schlag auf die Faust!“

Hä?

Das Caprio

… und ich….. wir hadern mit der Freundschaft. Es zieht da drinnen wie verrückt. Mit Wind in den Haaren ist auch nichts, meine Haare sind einfach noch zu kurz.

Mimmmimiii, jetzt habe ich einen steifen Nacken und Schnupfen. Das wird ein richtig toller Auto- Spaß ……

Skype und andere Peinlichkeiten

Die peinlichen Momente bei Videokonferenzen nehmen zu. Das liegt allerdings nicht an mir, sondern vielleicht auch an der Routine, die sich einspielt. Die Kinder haben schnell kapiert, dass man nur „oben herum“ gut aussieht, wenn man den unteren Teil nicht sieht. Sohnemann chattet also aus irgendwelchen Gründen (?), mit seinem Freund in weißem Hemd oben, und unten mit Boxershorts. Weißes Hemd, dass ich meistens dann auch nicht gebügelt habe, denn wer rechnet den mit so einer Idee?

Töchterchen präsentiert den Inhalt ihres Kleiderschranks in Form von Zirkusoutfits, die in Farbkombinationen und Zusammenstellungen noch Ihresgleichen auf den Catwalks in Paris suchen… Aber, sie ist da offensichtlich kein Ausnahmefall. Ihre Freundin hatte neulich beim chatten eine neue Skibrille auf…..

Ich trinke öfters mal ein alkoholfreies Bier und denke nicht darüber nach, dass die Flasche noch irgendwo im Bild steht, oder um zehn Uhr morgens beim einstellen des Bildschirms plötzlich sichtbar wird. Leider sind alkoholfreie Bierflaschen ja nicht Neongelb und jeder denkt sich, mein Alkoholkonsum beginne schon morgens um zehn. Definitiv nicht! Kein Alkohol mit Brustkrebs und schon gar nicht nach Chemotherapie. Aber es läuft hier kein Banner durch den Bildschirm. Vielleicht ein t-Shirt drucken lassen?

Ein weiteres Problem ist, dass die Freunde meiner Kinder sehr spontan chatten. Meistens im Wohnzimmer, wegen dem netten Hintergrund oder der bequemen Couch. Also laufe ich öfters durchs Bild, denn das ist nunmal der Hauptverkehrsweg. Ich achte zwar darauf, immer angezogen herumzulaufen, aber manchmal, leider zu oft „manchmal“ fehlt dann doch ein Kleidungsstück, schließlich wohne ich hier !

Außerdem liebe ich es, in sehr kurzen Shorts durch die Gegend bzw. das Haus zu laufen, wenn es draußen entsprechend warm ist.

Da bei uns keine rote Lampe blinkt, wenn ein Kind gerade online ist und ich drei Kinder habe, ist die Wahrscheinlichkeit ins Fettnäpfchen zu rennen bei 80%, auch das weiß ich. Trotzdem passiert es. Und leider immer häufiger, aber ….auch der Gegenseitige. Häufiger Lacher dann bei uns: Die andere Seite vergisst den Chat zu beenden, redet einfach mit anderen Anwesenden weiter…, oder klappt das Laptop zu, indem es aufsteht und man in voller Größe das Unterhosenmuster bestaunen kann…

Das Gespräch mit Gott

​„Unter Umständen hat das Leben gar keinen Sinn. Oder es ist nur eine Mutprobe, gestellt an das Individuum.“ „Mutprobe?“ „Ja. Das Leben braucht den Mut, es anzunehmen, wie es ist.“ Beatrice hörte auf zu tippen. Sie drehte sich zu uns um. „Und wenn man den Mut verliert?“ Nemo ging zu ihr. „Was wäre die Alternative? Möchten Sie gerne mit jemandem tauschen? Wären Sie lieber die desillusionierte Arbeitslose, die geschundene Prostituierte oder die verzweifelte Krebskranke? Glauben Sie mir: Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Das perfekte Leben gibt es nicht. Das macht das Leben aus.“

Aus“Bibliophilia“ von Markus Walther

Warum?

Es ist schick, mit Rucksack und Baseballmütze in den Supermarkt zu gehen. Den Rucksack verstehe ich nicht so ganz, denn es gibt Körbe und fast alle dieser Leute parken mit dem Auto vor der Tür? Braucht man das Desinfektionsmittel und Ersatz Schlüppi jetzt unbedingt auch beim Einkauf? Im Rucksack???

Hmmm……

„Buchland“

… und seine zwei Fortsetzungen …. genial!

Markus Walther hat ein wunderschönes, spannendes und außergewöhnliches Werk geschaffen, was mich stundenlang fesseln kann. Ich schreibe jetzt hier keine Rezession, die kann man hervorragend googeln, aber ich kann es nur empfehlen. Etwas Fantasie, etwas Steampunk, etwas Philosophie und viel Literatur. Während der erste Teil mich mit seinen Bildern fesselte, die Walther zauberhaft beschreibt, so als würde man durch eine epische Landschaft aus Büchern, Natur und Fantasiewesen wandern, ist es beim zweiten Teil die Art der Geschichte an sich. Das Leben, seine Ereignisse und wunderbaren Geheimnisse, Erinnerungen und wieder das Flüchten in eine wunderbare Welt der Bücher.

Herrlich.

Ich weiß nicht, ob Herr Walther jemals Hugo Quirins Laden in der Eifel gesehen hat. Eines meiner Lieblingsorte zum Fotografieren….Aber er beschreibt ihn, als hätte er ihn besucht …. einfach zauberhaft.