Klimawandel

Warscheinlich kann ich die Folgen des Klimawandels absolut nicht einschätzen. Es wird eben Winter, also kalt. Wird es ja jedes Jahr.
Aber in der „Bild am Sonntag“ stand vor ein paar Wochen, dass es ein Jahrhundert-Winter geben soll.
Unsere Nachbarn müssen das gelesen haben.
Vor zwei Tagen kam ein Riesenholztransporter in unsere Strasse, hielt bei unseren Nachbarn und lud dort einen Anhänger mit Baumstämmen ab. Das klingt jetzt wenig unspektakulär, aber das war nicht ein Anhänger voll Holz zum Heizen, sondern ein LKW-Anhänger mit ca. fünfzig bis sechzig Baumstämmen, je zwanzig Meter lang und fünfzig bis achzig Zentimeter im Durchmesser!
Dieser Baumstammstapel ist so halb so hoch wie das Haus, vor dem sie liegen. Man kann sich das in etwa so vorstellen: das Holzvolumen ist etwa so gross wie ein Sechziger-Jahre-Vorstadt-Haus. Ach was sage ich, wie ein Doppelhaus!
Es war schon dunkel als der Laster mit seinem Grreifarm ablud und am nächsten Tag, stand der Nachbar um acht Uhr morgens, ziemlich ratlos mit einer Kettensäge vor dem Disaster.
Sein Sohn schleppte einen Kasten Bier aus der Garage, stellte sich daneben und gab Ratschläge. Der Kasten war abends leer und schon die Hälfte eines Stammes in Stücke gesägt.
Und da steht er nun, seit zwei Tagen, von morgens, bis es dunkel wird, mit seiner Kettensäge und sägt, auch bei Regen, nasse Stämme in Meterstücke.
Er wird noch lange sägen.
Ich bekomme es mit der Angst zu tun, schließlich wird es unser erster Winter in diesem Dorf. Aber wird es denn kälter werden als in Sibirien, oder werden wir wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten sein?
Warum, um Himmels Willen, brauchen die soviel Holz vorm Haus???