Seelenschmerz

In der Strasse in der ich wohnte, blühten weiße Lilien an einem Turm. Lavendel, alle Arten von Rosen. In dem Turm wohnte ein rotweintrinkender Geigenspieler. Am Ende des Sommers, standen die Fenster immer weit offen. Man konnte auf der Strasse das Gemäuer regelrecht riechen. Der Mann hatte einen kleinen Balkon, saß oft in der Abendsonne. Ein sehr scheuer Mensch, grüsste, redete aber kaum, wenn ich abends Gassi ging. Er hatte seinen gelben sabsteinfarbenen Turm vollkommen restauriert, ohne Stilbruch zu begehen. Wunderschön. Irgendwie verwunschen. Unterhalb „meiner Gasse“ züchtete er Koys. Jeden Morgen fuhr er seine Fische zu den Leuten, die Fische bei ihm bestellt hatten. Manchmal sehr weit. Tagelang.

Die Herbstabende waren warm, in den Scheunen am Ende der Strasse blubberte der Most in den Fässern. Es zog ein angenehmer Duft durch die Gasse, begleitet von gigantischen Fruchtfliegenschwärmen und einzelnen Fledermäusen, die in der Dämmerung ihre Kreise zogen. Nachtigallen sangen. Die Luft war geschwängert von den Düften des vergehenden Sommers.

Am Ende der Gasse, dort wo der Doktor wohnte, ging es zu den Friedhöfen. Links und rechts einer Bundesstrasse, mit alten Bäumen und malerischen alten Gräbern.
Direkt davor, eine umgebaute Scheune. Ein verwunschener Garten mit Weiden, weißen Bänken, Buchsbäumen und zauberhaften Sitzpläzen, zwischen Hecken und Rasenflächen. Mehrmals im Jahr fanden dort Konnzerte statt, in einer herrlich beleuchteten Parkkulisse, wunderschön. Geladene, edel anzusehende Gäste kamen. Ich konnte die Musik hören, in meinem Bett, bei offenem Fenster. Ein Hahn weckte mich jeden Morgen, und die Kirchturmuhr… zusammen mit dem liebenden Kuss der Unbeschwertheit.

http://www.youtube.com/watch?v=4AJJGO4I7gU

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Schneetag

Heute Schneetag, will heißen,es hat sehr viel geschneit. Das bedeutet, hier ABSOLUTE Ruhe. Kein Autolärm von der Kilomter weit entfernten Bundesstrasse, weil der Schnee diesen verschluckt, sowieso kein Auto und einfach nur Nachbarn und Schnee. Eifel im Schnee.
Also was tun? Erst habe ich meine Buchidee, „Mache dieses Buch FERTIG“ rausgezogen und mit Söhnchen kreativ-gewerkt.
War lustig. Dann habe ich beim Milchschnitte-essen festgestellt, dass die Dinger nach Amaretto schmecken!???? Oder zumindest Alkohol.
Jetzt sitz ich übrigens hier und trinke ein Glas Rotwein aus meiner Heimat. Das Heimweh ist manchmal grösser als dieses Glas.
Man schmeckt die Sonne darin…Schnieeeef.
Hmmmmm….
Manchmal ist es schon fast unerträglich den Xavier im Fernsehen reden zu hören. Wirklich, scheiß Heimweh!

Tja, dann wieder der Pelikan-Deckfarbenkasten und zwischendrinn Salzteig. Hände Abdruck.
Oh, was waren wir kreativ.
Übrigens habe ich das Salzteigrezept nach bösen Erfahrungen, gegoogelt. Das Wasser-Salz-Mehl-Ding bröselte nach zwei Jahren nämlich von der Wand.
Hier das ULTIMATIVE Salzteigrezept:

2 Tassen Mehl
2 Tassen Salz
4 Esslöffel TAPETENKLEISTER (!!!!!!!)
und ca. 1 Tasse Wasser.

(Viel Erfolg.)

Tja und jetzt ist es hier wieder so still, Schnneetag eben. Die Kids schnarchen und ich finde es immer wieder unfassbar, dass es irgendwo in Deutschland soviel Ruhe am Stück geben kann!