Auspacken

Sagen wir so- gelandet. Wir packen aus und erkunden die neue Heimat.

Luxemburg ist schön. Einkaufen von Sprit und Tabak sehr günstig, aber kaufe nie bei Cactus….. denn da sind die Preise sensationell bodenlos. Ein kleines (!) Glas Nutella kostet stolze 8 Euro.

Sicher gibt es Aldis und eine Art Lidl und so etwas wie Kik- aber wer braucht eigentlich den ganzen Konsum, wenn man eine ordentliche Bäckerei und einen ordentlichen Metzger direkt vor der Haustür hat. Einen Palast von einem Altenheim hat unser Dorf auch, wir haben uns schon überlegt, ob es nur privilegierte ältere Menschen da hinein schaffen, oder ob man ein Haus der Stadt vererben muss dafür.

Die Kinder kauderwelschen sich so durch- neben Deutsch gibt es Französisch Unterricht und Luxemburgisch. Eine Mischung aus Englisch (das hat was mit den stationierten Amerikanern zu tun), Französisch und Deutsch, ergibt sehr faul und grammatikalisch natürlich sehr abenteuerlich eine absolute Geheimsprache: Das Platt!

Fangen meine Kollegen an sich zu unterhalten, bin ich schnell weg, um mir unangenehme Witze oder was auch immer zu ersparen, so denke ich zumindest. In Wirklichkeit wurde aber über die neue Freundin eines Kollegen gelästert, die einen extrem breiten Hintern zu haben scheint. Verstanden hatte ich irgendwie einen Streit mit einem Pferd, dessen Leistungen sehr anstrengend eingefahren werden müssen…. oder sowas in der Richtung.

Sagen wir mal so- es gibt kein online Wörterbuch für diese Art der Sprache und es ist von Dorf zu Dorf vollkommen verschieden. Alles klar? Kapitulation spätestens bei der Weihnachtsfeier- wir wollten auf den Schießplatz. Das wird sicher spaßig.

In Latein war ich auch nie gut. Archimedische (oder war es Pythagoras???) sprach in meiner Lateinarbeit nämlich auch: …. „Hey, Depp! Zerstöre bloß nicht meinen Zirkus!!!“

Advertisements

Angekommen

Aber noch nicht ausgepackt. Neues Zuhause, neues Leben. Ich warte sehnsüchtig auf die Telekom, denn zwischen Deutschland und Luxemburg ist es nicht so super mit Edge oder noch langsamer zu surfen.

Es hat Vorteile hier zu leben, im Moment mehr als der Nachteil das Vertraute verlassen zu haben. Aber ich bin positiver Dinge und sehe gespannt der Zukunft entgegen.

Schon vorbei…

… ist die kreative Zeit. Brötchen verdienen ist angesagt. Nicht kreativ, nicht schön. Eher grau und eintönig. Aber, ich will nicht klagen, niemand kann von Kunst leben hier. Die Frage ist, ob man heutzutage überhaupt noch Geld damit verdienen kann. Nicht jeder ist Banksy, oder Selbstdarsteller. Selbst das ist ein Knochenjob. Anerkennung und ein kleines Lob ersetzen manchmal auch die fehlenden Euros, denn Kunst ist ein Gewinn! Lächel…

Das Haus

Als ich es zum ersten Mal betrat, fiel mir spontan folgender Satz ein: „…. ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngon Berge.“

Eine riesige dunkle Treppe und wunderschöne Bleiglasfenster geben dem Treppenhaus seine unverwechselbaren Flair. Herrliche zahlreiche Räume, von klein und gemütlich, bis groß und ausladend prägen das Haus.

Deckenventilatoren im kolonial Stil, ein Kachelofen mitten im Gebäude und ein wunderbarer Blick in den Garten mit Nuss und Apfelbäumen runden das Gefühl, in einer anderen Zeit gelandet zu sein, ab.

Es roch nach kaltem Weihrauch.

„Du wirst in einem großen schönen Haus wohnen, das viele Fenster hat, inmitten eines herrlichen Gartens. Es wird genauso werden…“ prophezeite mir vor 25 Jahren meine beste Freundin.

Ich wünschte, sie könnte jetzt mit mir aus den Fenstern schauen und die Kinder im Garten spielen sehen, unter den Apfelbäumen, die der Apotheker noch pflanzte.

Herbst in der Eifel